Hausmittel gegen Pickel: Was sofort wirkt

REDAKTION, 15. JUNI 2022 | AKTUALISIERT AM 07. MAI 2026

Hausmittel gegen Pickel

Anstatt Pickel auszudrücken, sollte man besser zu Hausmitteln greifen.

Kaum etwas ist frustrierender als ein Pickel, der genau dann auftaucht, wenn man ihn am wenigsten gebrauchen kann. Kein Wunder, dass viele zuerst zu Hausmitteln greifen – schnell, günstig und meist direkt verfügbar. Doch nicht jedes Hausmittel hält, was es verspricht. Manche können die Haut sogar verschlechtern. In diesem Artikel zeigen wir, welche Hausmittel gegen Pickel tatsächlich funktionieren, welche man lieber meiden sollte – und wie man Pickelausbrüchen langfristig vorbeugt.

Große Poren verkleinern Hausmittel

FORSCHUNG

Große Poren verkleinern mit diesem Hausmittel

Große Poren sorgen dafür, dass das Hautbild ungleichmäßig und unrein erscheint. Mit Hilfe von Hausmitteln und etwas Geduld lassen sich große Poren verkleinern, sodass die Haut ebenmäßiger und jünger erscheint.

Wie entsteht ein Pickel?

Pickel gehören neben Mitessern und großen Poren zu den häufigsten Hautunreinheiten. Sie entstehen, wenn Poren durch überschüssigen Talg und abgestorbene Hornzellen verstopfen. Der Talg kann nicht mehr abfließen – es bildet sich ein Mitesser. Entzündet sich die Talgdrüse durch Bakterien, Schmutz oder Stress, schwillt das umliegende Gewebe an, wird rot und bildet unter Umständen eine Eiterblase: das, was wir als Pickel wahrnehmen.

Pickel entstehen meist an porenreichen Stellen: in der T-Zone im Gesicht, am Dekolleté und auf dem Rücken. Sie sind in der Regel vorübergehend und klingen ohne Behandlung innerhalb weniger Tage ab. Von Akne spricht man erst, wenn Pickel chronisch und in größerer Zahl auftreten – das ist eine Hauterkrankung und sollte dermatologisch behandelt werden.

Unser Tipp bei Mitessern

Unser Tipp bei Mitessern

Was begünstigt die Entstehung von Pickeln?

Pickel entstehen selten ohne Grund. Folgende Faktoren können die Bildung von Hautunreinheiten begünstigen:


  • Hauttyp: Menschen mit fettiger oder Mischhaut haben ein höheres Risiko für Pickel, weil ihre Talgdrüsen aktiver sind. Auch trockene Haut kann betroffen sein, wenn abgestorbene Hautschuppen die Poren blockieren.

  • Ernährung: Zuckerreiche und stark verarbeitete Lebensmittel sowie tierische Proteine aus Fleisch und Milchprodukten können die Talgproduktion ankurbeln und entzündliche Prozesse in der Haut fördern.

  • Stress: Stresshormone – insbesondere Cortisol – fördern Entzündungen, steigern die Talgproduktion und schwächen die Hautbarriere. Eine Studie von Cunliffe et al. bestätigt den Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und Pickelausbrüchen.

  • Kosmetika: Komedogene Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten oder Make-up können die Poren verstopfen und Unreinheiten verursachen. Produkte, die nicht zum eigenen Hauttyp passen, sind ebenfalls ein häufiger Auslöser.

  • Hormone: Testosteron und sein Abbauprodukt Dihydrotestosteron regen die Talgdrüsen an. Hormonelle Schwankungen – in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren – können deshalb plötzliche Pickelausbrüche auslösen.

Welche Hausmittel wirken gegen Pickel?

Die folgenden Hausmittel sind durch ihre Inhaltsstoffe gut begründet und haben sich in der Praxis vielfach bewährt.

Honig

Honig enthält Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe und wirkt antibakteriell sowie entzündungshemmend – Eigenschaften, die sogar in der Wundmedizin genutzt werden. Er lindert die Entzündung eines Pickels, fördert die Heilung und beugt Pickelmalen vor. Für die Anwendung einfach etwas Honig mit einem Wattestäbchen punktuell auf den Pickel auftragen und über Nacht einwirken lassen. Alternativ: eine Maske aus Honig und Haferflocken 15–20 Minuten einwirken lassen.

Teebaumöl

Teebaumöl ist in vielen Anti-Pickel-Produkten enthalten – und das zu Recht. Das ätherische Öl wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und wundheilend. Wichtig: Teebaumöl niemals unverdünnt auftragen, da es sonst Hautirritationen verursachen kann. Einige Tropfen mit Wasser oder einem neutralen Trägeröl verdünnen und punktuell auf den Pickel tupfen.

Heilerde

Heilerde reduziert den Aknekeim auf der Haut, enthält entzündungshemmende Mineralien und reguliert die Talgproduktion. Als Gesichtsmaske angewendet – angerührt mit etwas Wasser zu einer Paste – zieht sie überschüssigen Talg und Schmutz aus den Poren und beruhigt gereizte Haut.

Zinksalbe

Zinksalbe ist ein Klassiker in der Hausapotheke und ein bewährtes Mittel bei kleinen Entzündungen und Wunden. Sie trocknet Pickel aus, wirkt antibakteriell und unterstützt die Wundheilung – was gleichzeitig Pickelmalen vorbeugt. Am besten punktuell über Nacht auf den betroffenen Pickel auftragen.

Bittersalz (Magnesiumsulfat)

Bittersalz hat feuchtigkeitsregulierende und regenerierende Eigenschaften, wirkt entzündungshemmend und gleicht den pH-Wert der Haut aus. Es kann als Zusatz im Badewasser, als sanftes Peeling oder in einem Gesichts-Dampfbad angewendet werden – letzteres öffnet gleichzeitig die Poren und macht die Haut empfänglicher für weitere Pflege.

Aspirin (Acetylsalicylsäure)

Der Wirkstoff in Aspirin – Acetylsalicylsäure – ist chemisch mit Salicylsäure verwandt, einem bewährten Anti-Akne-Wirkstoff. Er wirkt entzündungshemmend, hemmt das Bakterienwachstum und hat eine leicht peelende Wirkung, die verhornende Zellen löst. Für die Anwendung eine Tablette zerdrücken, mit wenigen Tropfen Wasser zu einer Paste anrühren und über Nacht punktuell auf den Pickel auftragen. Am nächsten Morgen abwaschen. Nicht bei empfindlicher Haut oder bekannter Salicylat-Unverträglichkeit anwenden.

Rosmarin

Rosmarin enthält ätherische Öle mit durchblutungsanregender, entzündungshemmender und antibakterieller Wirkung. Er kann Entzündungen eindämmen, den Hautstoffwechsel anregen und so den Heilungsprozess unterstützen. Für die Anwendung einige Rosmarinzweige ca. 30 Minuten bei niedriger Hitze in Wasser auskochen, abgießen und abkühlen lassen. Das Kräuterwasser mit einem Wattepad wie ein Gesichtswasser auftragen.

Welche Hausmittel sollte man lieber nicht verwenden?

Nicht jeder Tipp aus dem Internet ist hilfreich. Diese Hausmittel klingen plausibel – können aber mehr schaden als nützen.

Zahnpasta

Zahnpasta wird im Netz oft als schnelles Wundermittel gegen Pickel empfohlen. Tatsächlich enthält sie aber Inhaltsstoffe, die nicht für die Gesichtshaut geeignet sind – darunter Fluoride, Menthol und Schleifmittel. Sie können die empfindliche Hautbarriere beschädigen und die Entzündung verschlimmern statt zu lindern.

Backpulver

Backpulver hat einen sehr hohen (basischen) pH-Wert. Die Haut ist jedoch leicht sauer (pH 4,5–5,5) – dieser saure Schutzmantel ist wichtig für die Abwehr von Bakterien und Irritationen. Backpulver kann diesen Wert aus dem Gleichgewicht bringen, den Schutzmantel zerstören und zu starker Austrocknung und Hautirritationen führen.

Zitronensaft

Das Gegenteil von Backpulver – Zitronensaft ist sehr sauer, liegt aber unterhalb des Haut-pH-Werts und greift die Hautbarriere ebenfalls an. Zusätzlich macht er die Haut lichtempfindlich, was bei Sonneneinstrahlung zu Pigmentflecken führen kann. Kein geeignetes Hausmittel für die Gesichtshaut.

Wie beugt man Pickeln am besten vor?

Langfristig ist Vorbeugung wirkungsvoller als jedes Hausmittel. Die folgenden Maßnahmen helfen dabei.


  • Gründliche Reinigung: Im Laufe des Tages sammeln sich Schmutz, Talg und Schweiß auf der Haut – verstärkt durch Make-up. Eine tägliche, sanfte aber gründliche Reinigung ist die wichtigste Grundlage für reine Haut. Bei sehr fettiger Haut oder starkem Make-up eignet sich Double Cleansing: erst ein ölbasierter Reiniger, dann ein wasserbasierter.

  • Die richtige Hautpflege: Nicht-komedogene Cremes – also solche, die die Poren nicht verstopfen – mit talgregulierenden und porenverfeinernden Inhaltsstoffen sind ideal für unreine Haut. Die Biovolen Aktiv Harzsalbe eignet sich durch ihre antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften sowohl als Tages- als auch als Nachtpflege.

  • Chemische Peelings: Fruchtsäure-Peelings lösen abgestorbene Hornzellen und regulieren die Talgproduktion – damit werden gleich zwei der Hauptursachen für Pickel adressiert. 1–2x pro Woche angewendet, verfeinern sie den Teint und beugen Verstopfungen vor.

  • Tierische Eiweiße reduzieren: Tierische Proteine aus Fleisch und Milchprodukten können entzündungsfördernd wirken und die Talgbildung anregen. Pflanzliche Alternativen wie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Samen sind eine hautfreundlichere Wahl.

  • Hände aus dem Gesicht: Die Hände kommen täglich mit Schmutz und Bakterien in Kontakt. Unbewusstes Berühren des Gesichts überträgt diese Keime auf die Haut. Hände regelmäßig waschen und das Gesicht möglichst nicht berühren – besonders keine Pickel ausdrücken, das vertieft Entzündungen und begünstigt Narbenbildung.

Wie lässt sich ein Pickel über Nacht reduzieren?

Einen Pickel über Nacht vollständig zum Verschwinden zu bringen ist leider kaum möglich – eine echte Soforthilfe gibt es bisher nicht. Was aber funktioniert: den Pickel bis zum nächsten Morgen sichtbar zu reduzieren.


Am wirkungsvollsten sind bewährte Hausmittel wie Zinksalbe oder verdünntes Teebaumöl, die punktuell auf den Pickel aufgetragen und über Nacht einwirken lassen. Beide wirken entzündungshemmend und antibakteriell und können den Pickel bis zum Morgen deutlich abschwellen lassen.


Alternativ gibt es in der Drogerie Anti-Pickel-Patches – dünne Hydrokolloid-Pflaster, die Feuchtigkeit aus dem Pickel ziehen, ihn schützen und den Heilungsprozess beschleunigen. Sie sind besonders praktisch, weil sie den Pickel gleichzeitig vor Berühren schützen.


Wenn alles nichts hilft: ein guter Concealer mit hoher Deckkraft, punktuell aufgetragen und mit Puder fixiert, kaschiert den Pickel zuverlässig für den großen Tag.

Fazit

Hausmittel gegen Pickel können eine wirksame und kostengünstige Ergänzung zur Hautpflege sein – vorausgesetzt, man greift zu den richtigen. Honig, Teebaumöl, Heilerde und Zinksalbe haben eine gut begründete Wirkung und sind für die meisten Hauttypen verträglich. Zahnpasta, Backpulver und Zitronensaft dagegen sollte man besser meiden – sie können die Hautbarriere schädigen und Entzündungen verschlimmern. Langfristig hilft keine schnelle Lösung so gut wie eine konsequente Routine: gründliche Reinigung, die richtige Pflege und ein gesunder Lebensstil.


QUELLEN

  • Cunliffe WJ, Holland DB, Jeremy A. Comedone formation: Etiology, clinical presentation, and treatment. Clin Dermatol. 2004;22(5):367–74.
  • Moradi Tuchayi S et al. Acne vulgaris. Nat Rev Dis Primers. 2015;1:15029.
  • Huang CM et al. Tea Tree Oil: Properties and the Therapeutic Approach to Acne. Cosmetics. 2022;9(1):7.
  • Draelos ZD. The science behind skin care: Cleansers. J Cosmet Dermatol. 2018;17(1):8–14.

Natalja Felsing

Natalja ist Content- und Recherche-Expertin mit langjähriger Erfahrung im Beauty- und Gesundheitsbereich. Nicht nur privat setzt sie sich tagtäglich mit Themen wie Fitness, gesunder Ernährung, Schönheit und Anti-Aging auseinander, sondern auch beruflich. Seit Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Darmstadt recherchiert und verfasst sie seit mehreren Jahren Beiträge zu Themen rund um Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden - immer auf dem aktuellsten Stand der Forschung.