Chemisches Peeling: Hilft es bei Akne und unreiner Haut?

Chemisches Peeling bei Akne und unreiner Haut: Was wirklich hilft

REDAKTION, 12. AUGUST 2025 | AKTUALISIERT AM 08. MAI 2026

chemisches peeling akne

Chemische Peelings sind schon lange kein Geheimtipp mehr. 

Chemische Peelings gelten als eines der wirksamsten Mittel gegen unreine Haut – doch bei Akne ist Vorsicht geboten. Das falsche Peeling zur falschen Zeit kann Entzündungen verschlimmern statt lindern. Welche Peelings bei Akne tatsächlich helfen, worauf man achten muss und ab wann ein Dermatologe nötig ist, erklären wir hier.

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Was ist ein chemisches Peeling?

Wer an Peeling denkt, hat oft eine körnige Paste vor Augen, die Hautschuppen mechanisch abreibt. Ein chemisches Peeling funktioniert grundlegend anders: Statt Schleifpartikeln kommen Säuren zum Einsatz, die die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hautzellen lösen – schonend, gleichmäßig und ohne die Haut mechanisch zu reizen.

Genau das macht chemische Peelings besonders interessant bei Akne-Haut: Mechanische Peelings können entzündete Pickel aufreißen, Bakterien verteilen und Reizungen verstärken. Chemische Peelings umgehen dieses Problem, weil sie ohne physische Reibung arbeiten. Sie dringen gezielt in die Hautschichten ein, reinigen die Poren von innen und regen die Zellerneuerung an. Angewendet werden sie vor allem im Gesicht, am Hals, am Dekolleté oder an den Handrücken.

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Wie wirkt ein chemisches Peeling auf die Haut?

Chemische Peelings enthalten keratolytische (hornlösende) Säuren, die die Verbindungsproteine zwischen abgestorbenen Hornzellen aufbrechen. Dadurch lösen sich alte Zellen gleichmäßig ab, die Hautoberfläche erneuert sich, und darunter liegende frische Zellen kommen zum Vorschein.

Bei Akne-Haut wirken Peelings auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Sie reinigen die Poren von überschüssigem Talg und verhornten Zellen, die Mitesser und Pickel begünstigen. Sie wirken entzündungshemmend (besonders Salicylsäure). Sie reduzieren nach Abheilen von Akne zurückbleibende Pigmentflecken (Pickelmale). Und sie regen die Kollagenproduktion an, was oberflächliche Aknenarben langfristig verbessern kann.

Da die Haut sich an die Säuren gewöhnen muss, sollte man immer mit niedriger Konzentration beginnen und die Intensität schrittweise steigern.

Welche chemischen Peelings gibt es?

Chemische Peelings werden nach ihrer Wirktiefe in drei Stufen eingeteilt.

Oberflächliche Peelings (für zuhause geeignet)

AHA-, BHA- und PHA-Peelings in niedrigen Konzentrationen sind auch für die Anwendung Zuhause geeignet und besonders relevant für die Behandlung von Unreinheiten und leichter Akne.

AHA – Alpha-Hydroxysäuren (Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure): Wasserlöslich, wirken an der Hautoberfläche, fördern die Zellerneuerung und ebnen den Teint. Glykolsäure dringt am tiefsten ein und ist am besten erforscht. Milchsäure wirkt sanfter und eignet sich für empfindliche Haut. Mandelsäure ist die mildeste Variante mit den größten Molekülen – ideal für sensible oder dunkle Hauttypen.

BHA – Beta-Hydroxysäuren (Salicylsäure): Öllöslich und damit der Star bei fettiger, unreiner Haut und Akne. Salicylsäure dringt direkt in die Poren ein, löst dort Talgpfröpfe und wirkt entzündungshemmend. Sie ist die erste Wahl bei Mitessern, Papeln und Pusteln.

PHA – Polyhydroxysäuren (Lactobionsäure): Ähnliche Wirkung wie AHA, aber mit größeren Molekülen – dadurch langsamer wirkend, sehr mild und für alle Hauttypen geeignet. Auch für Rosacea-Haut meist verträglich.

Empfohlene Anwendungshäufigkeit: 1–3x pro Woche für Einsteiger, schrittweise auf bis zu 5x pro Woche steigern – je nach Hautverträglichkeit.

Mitteltiefe Peelings – TCA (nur beim Arzt)

TCA-Peelings (15–35 %) dringen bis in die Lederhaut vor und werden ausschließlich von Dermatologen durchgeführt. Sie können oberflächliche Aknenarben glätten, Pigmentstörungen aufhellen und das Hautbild nach schwerer Akne deutlich verbessern. Die Haut schält sich mehrere Tage nach der Behandlung.

Tiefe Peelings – Phenol (nur beim Arzt)

Phenol-Peelings wirken bis in die tiefsten Hautschichten und können auch ausgeprägte Aknenarben behandeln. Sie erfordern eine Betäubung und eine Heilungszeit von bis zu zwei Wochen – und werden nur von sehr erfahrenen Dermatologen durchgeführt.

Hilft ein chemisches Peeling bei Akne und unreiner Haut?

Die klare Antwort: Ja – aber es kommt auf die Art der Akne und die Wahl des Peelings an.

Bei unreiner Haut und leichter bis mittelschwerer Akne können chemische Peelings den Hautzustand deutlich verbessern. Sie entfernen die verhornten Zellschichten, die Poren verstopfen, regulieren die Talgproduktion und wirken entzündungshemmend. Studien bestätigen, dass vor allem Salicylsäure- und Glykolsäure-Peelings bei Akne wirksam sind.

Wichtig: Bei aktiver, entzündeter Akne mit vielen offenen Pusteln oder Zysten sollten chemische Peelings nicht eigenmächtig angewendet werden – das Risiko, Entzündungen zu verschlimmern oder Narben zu begünstigen, ist zu hoch. In solchen Fällen ist ein Dermatologe die erste Anlaufstelle.

Welches Peeling bei welcher Akne-Art?

  • Mitesser (Komedonen): BHA (Salicylsäure) ist die beste Wahl – öllöslich, dringt tief in die Poren ein und löst Talgpfröpfe effektiv.

  • Leichte Akne mit Papeln und Pusteln: BHA als erstes Mittel der Wahl, alternativ Glykolsäure (AHA) in niedriger Konzentration. Mit niedriger Konzentration starten (z. B. 0,5–2 % Salicylsäure).

  • Empfindliche oder reaktive Akne-Haut: PHA oder Mandelsäure – beide wirken sanft und sind gut verträglich, auch wenn die Haut leicht gereizt ist.

  • Aknenarben und Pigmentflecken nach Akne: Glykolsäure (AHA) für oberflächliche Verfärbungen, bei tieferen Narben TCA-Peelings beim Dermatologen.

  • Schwere oder zystische Akne: Keine Anwendung Zuhause empfohlen – dermatologische Behandlung mit höher konzentrierten Peelings, ggf. kombiniert mit medikamentöser Therapie.

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Nachsorge: Was ist nach dem Peeling zu beachten?

Nach einem chemischen Peeling ist die Haut vorübergehend empfindlicher und braucht besondere Pflege.

  • Sonnenschutz ist Pflicht: Peeling-Säuren erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut deutlich. Täglicher Sonnenschutz mit LSF 50 ist nach jeder Anwendung unbedingt notwendig – auch bei bewölktem Himmel und im Winter.

  • Feuchtigkeitspflege: Nach dem Peeling eine leichte, nicht-komedogene Feuchtigkeitspflege auftragen, um die Hautbarriere zu unterstützen. Bei Akne-Haut bieten sich Inhaltsstoffe wie Niacinamid, Harz-Extrakt oder Panthenol an – sie beruhigen die Haut und wirken entzündungshemmend.

  • Keine Kombination mit anderen Wirkstoffen: Peelings nicht am selben Abend mit Retinol, anderen Säuren oder starken aktiven Inhaltsstoffen kombinieren – das erhöht das Risiko für Reizungen und Überexfoliation.

  • Purging einkalkulieren: Zu Beginn kann es zur sogenannten Erstverschlimmerung (Purging) kommen – die Haut schiebt angestaute Unreinheiten nach oben. Das ist normal und kein Zeichen, dass das Peeling nicht passt. Dauert das Purging länger als 4–6 Wochen oder wird es schlimmer, sollte pausiert und ggf. ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Nachteile und Risiken gibt es?

Chemische Peelings sind wirkungsvolle, aber nicht risikofreie Wirkstoffe. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Kontraindikationen: Menschen mit Couperose, aktiven Hautinfektionen, offenen Wunden oder Herpes sollten auf Peelings verzichten. Auch während der Einnahme von Vitamin-A-Präparaten (Retinoiden) oder bestimmten Antibiotika ist Vorsicht geboten – die Haut ist dabei deutlich empfindlicher.

  • Mögliche Nebenwirkungen: Rötungen, Brennen, vorübergehende Schuppung und leichte Schwellungen sind normal, besonders nach intensiveren Anwendungen. Problematischer sind dauerhafte Pigmentveränderungen, Narbenbildung oder Verätzungen – die entstehen meist durch zu hohe Konzentrationen oder zu lange Einwirkzeiten.

  • Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft sollten chemische Peelings grundsätzlich vermieden werden, da die Sicherheit nicht ausreichend belegt ist.

  • Dunkle Hauttypen: Erhöhtes Risiko für Hyperpigmentierungen nach Peelings. Mitteltiefe und tiefe Peelings immer nur von erfahrenen Dermatologen mit entsprechender Expertise durchführen lassen.

Fazit

Chemische Peelings können bei Akne und unreiner Haut sehr wirksam sein – vorausgesetzt, das richtige Peeling wird für die jeweilige Akne-Art gewählt und korrekt angewendet. Salicylsäure (BHA) ist bei fettiger, unreiner Haut und Mitessern die erste Wahl. Glykolsäure hilft zusätzlich bei Pigmentflecken nach Akne. Wer empfindlich reagiert, greift besser zu PHA oder Mandelsäure. Bei schwerer oder entzündeter Akne ist der Gang zum Dermatologen der sicherste Weg – ein Arzt kann gezielt wirksame Peelingkonzentrationen einsetzen und gleichzeitig die Ursachen der Akne behandeln.

QUELLEN

  • Tang SC, Yang JH. Dual Effects of Alpha-Hydroxy Acids on the Skin. Molecules. 2018;23(4):863.
  • Vidal SI, Menta N, Friedman A. All Things Acids: A Primer on Alpha Hydroxy, Beta Hydroxy, and Polyhydroxy Acids. J Drugs Dermatol. 2025;24(5):549–550.
  • Lee KC et al. Basic chemical peeling: Superficial and medium-depth peels. J Am Acad Dermatol. 2019;81(2):313–324.
Autorin

Lina Mattern

Nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Kempten hat sich Lina privat und beruflich mit Themen aus der Gesundheits-, Fitness- und Beautybranche befasst. Seitdem recherchiert und schreibt sie Blogartikel in dieser Branche und ist Expertin im Beauty- und Gesundheitsbereich. Neben dem Schreiben von aktuellen und ausführlich recherchierten Artikeln, betreut sie auch Social Media Kanäle, die sich um Tipps rund um Schönheit und Gesundheit drehen. Die Blogartikel und der Content orientieren sich dabei immer an der aktuellen Forschungslage.

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