Chemisches Peeling: Hilft es bei Akne und unreiner Haut?

Chemisches Peeling: Hilft es bei Akne und unreiner Haut?

REDAKTION, 12. AUGUST 2025

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Chemische Peelings sind schon lange kein Geheimtipp mehr. 

Eine reine, ebenmäßige Haut ist kein Zufall, sondern spricht für einen gesunden Erneuerungsprozess der Haut. Mit zunehmendem Alter oder durch äußere Einflüsse wie Sonnenschäden, Stress und Umweltbelastungen verlangsamt sich dieser Prozess jedoch. Chemische Peelings können hier aber nachhelfen: Sie entfernen gezielt abgestorbene Hautzellen, regen die Zellerneuerung an und sollen angeblich auch bei unreiner Haut und Akne helfen können – ob das stimmt, erfahren Sie hier.

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Große Poren sorgen dafür, dass das Hautbild ungleichmäßig und unrein erscheint. Mit Hilfe von Hausmitteln und etwas Geduld lassen sich große Poren verkleinern, sodass die Haut ebenmäßiger und jünger erscheint.

Was ist ein chemisches Peeling?

Viele Leute stellen sich unter Peeling ein mechanisches Peeling vor, das meist grobe Körner enthält und so Hautschuppen abträgt. Was ist aber dann ein chemisches Peeling? Ein chemisches Peeling wird oft dem mechanischen Peeling vorgezogen, weil es sanfter und zugleich wirkungsvoller ist, besonders bei empfindlicher oder zu Unreinheiten neigender Haut. Während mechanische Peelings mit kleinen Schleifpartikeln arbeiten, die die Hautoberfläche abtragen und dabei leicht zu Mikroverletzungen führen können, wirken chemische Peelings durch Säuren, welche die Verbindungen zwischen den abgestorbenen Hautzellen lösen, ohne die Haut mechanisch zu reizen. Dadurch wird die Haut gleichmäßiger und schonender von alten Zellen befreit, was besonders im Gesicht von Vorteil ist.

Zudem dringen chemische Peelings tiefer in die Haut ein, regen die Zellerneuerung an und können gezielt auf spezifische Hautprobleme wie Unreinheiten, Pigmentflecken oder Falten wirken, während mechanische Peelings meist nur oberflächlich reinigen. Aus diesen Gründen sind chemische Peelings für viele Hauttypen die bevorzugte Methode, um ein frisches, ebenmäßiges Hautbild zu fördern. Ein chemisches Peeling eignet sich besonders für Gesicht, Hals, Handrücken oder Dekolleté.

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Wie wirkt ein chemisches Peeling?

Chemische Peelings unterstützen den natürlichen Erneuerungsprozess der Haut, indem sie abgestorbene Hautzellen sanft lösen und so neue, frische Zellen entstehen. Sie können das Erscheinungsbild von Fältchen reduzieren und die Poren schonend, aber gründlich reinigen. Bei regelmäßiger Anwendung lassen sich auch Anzeichen von Pigmentflecken mindern, sodass der Teint insgesamt ebenmäßiger und harmonischer wirkt. Da die Haut sich an die Wirkstoffe gewöhnen muss, erfordert die Anwendung von chemischen Peelings etwas Erfahrung. Empfehlenswert ist es, zunächst mit einer niedrigen Säurekonzentration zu beginnen und die Intensität schrittweise zu steigern.

Welche chemischen Peelings gibt es?

Chemische Peelings lassen sich in drei Intensitätsstufen einteilen: oberflächliche, mittlere und tiefe Peelings. Während leichte Peelings sanft wirken und für die Anwendung Zuhause geeignet sind, sollten mittlere und tiefe Anwendungen ausschließlich von geschultem medizinischem Personal durchgeführt werden.

Leichte Peelings für Zuhause

AHA-, BHA- und PHA-Peelings sind in niedriger Konzentration auch für Zuhause geeignet. Häufig enthalten sie Glykolsäure, Milchsäure oder Salicylsäure, die abgestorbene Hautzellen schonend entfernen. Das Ergebnis: eine frischere, vitalere Haut, die Pflegeprodukte besser aufnimmt.

Empfohlene Anwendung: 1 - 5 mal pro Woche, abhängig von der individuellen Hautverträglichkeit und den Zielen. Beginnen Sie mit seltener Anwendung und steigern Sie langsam, um die Haut nicht zu überlasten.

Mittlere Peelings mit Trichloressigsäure (TCA)

Diese intensivere Variante wird nur von Ärztinnen oder Ärzten durchgeführt. TCA-Peelings (15 %, 25 % oder 35 %) können oberflächliche Narben glätten, feine Fältchen reduzieren, Pigmentstörungen aufhellen und sonnenbedingte Hautschäden verbessern.

Tiefe Peelings mit Phenol

Das Phenol-Peeling ist die stärkste Form chemischer Peelings und wirkt bis in die tieferen Hautschichten. Es erneuert elastische und kollagene Fasern, verbessert die Hautfunktion nachhaltig und kann Ergebnisse erzielen, die einem chirurgischen Lifting ähneln, je nach Ausgangslage.

Säuren im Überblick

- AHA – Alpha-Hydroxysäuren: Diese Säuren (z. B. Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure) entfernen die oberste Hautschicht und fördern so die Zellerneuerung.

 >Glykolsäure: dringt am tiefsten ein, am besten erforscht, spendet zusätzlich Feuchtigkeit.
 > Milchsäure: wirkt langsamer, sanfter und ist für empfindlichere Haut geeignet.
 > Mandelsäure: größte Moleküle, daher besonders mild und reizarm – ideal für sensible Haut. 

AHA-Peelings ebnen den Teint und können feine Fältchen sichtbar reduzieren.

- BHA – Beta-Hydroxysäuren (Salicylsäure): Dringt tiefer in die Poren ein, löst dort Talg und entfernt abgestorbene Hautzellen. Wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Besonders empfohlen für fettige, unreine Haut sowie bei Mitessern und Akne, da BHA öllöslich ist und verstopfte Poren effektiv reinigen kann.

- PHA – Polyhydroxysäuren: Beispiel: Lactobionsäure. Wirken ähnlich wie AHA, dringen jedoch langsamer ein, sind sehr mild und damit für alle Hauttypen geeignet. Aufgrund ihrer größeren Moleküle sind PHA-Peelings besonders hautschonend und weniger reizend.

Hilft ein chemisches Peeling bei Akne und unreiner Haut?

Die Haut im Gesicht erneuert sich beinahe stetig: Alte Zellen sterben ab, neue kommen nach. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich dieser Prozess jedoch. Abgestorbene Hautzellen bleiben auf der Hautoberfläche und in den Poren – die Haut wirkt dadurch rau, fahl und weniger gesund. Außerdem können verstopfte Poren entstehen, was besonders bei zu Unreinheiten neigender Haut neue Pickel und Mitesser begünstigt.

Selbst Falten können durch eingelagerte Hautschüppchen optisch tiefer erscheinen.
Um dem entgegenzuwirken, lässt sich die natürliche Zellerneuerung gezielt ankurbeln – zum Beispiel mit peelenden Wirkstoffen. Beim chemischen Peeling wird eine säurehaltige Lösung aufgetragen, die die oberste Hautschicht sanft ablöst und so für eine frischere, glattere Haut sorgt.

Mechanische Peelings, etwa aus zerkleinerten Aprikosenkernen, Zucker, Salz oder synthetischen Perlen – polieren die Hautoberfläche und massieren sie gleichzeitig. Für robuste Körperhaut kann das wohltuend sein. Empfindliche Gesichtshaut, insbesondere bei Unreinheiten oder Neigung zu entzündlicher Akne, reagiert darauf jedoch oft gereizt. Die Schleifkörper können die Haut zusätzlich strapazieren oder sogar verletzen.

Chemische Peelings hingegen arbeiten mit hornlösenden (keratolytischen) Säuren. Diese dringen in die Haut ein, lockern die Zellverbindungen der Hornschicht und lösen so abgestorbene Hautzellen sanft ab. Besonders beliebt sind AHA- und BHA-Peelings.
Bei starker oder narbenbildender Akne – etwa auch am Rücken – empfiehlt sich eine dermatologische Behandlung. Ärzte setzen höher konzentrierte Säuren ein, die tiefer wirken, aber auch intensiver reizen können. Häufige Methoden sind Fruchtsäurepeelings, TCA-Peelings und Phenol-Peelings. Eine individuelle Beratung beim Hautarzt hilft, die optimale Behandlung zu finden. 

Jedoch kann man abschließend sagen: Ja, chemische Peelings können durchaus bei unreiner Haut und Akne helfen, da sie die Zellerneuerung ankurbeln und abgestorbene Hautschuppen abtragen.

Welche Nachteile hat ein chemisches Peeling?

Menschen mit Couperose sollten auf chemische Peelings verzichten, da Fruchtsäuren die Durchblutung verstärken und die Beschwerden verschlimmern können. Auch während der Einnahme von Vitamin-A-haltigen Medikamenten oder bestimmten Antibiotika ist ein Peeling nicht ratsam. Lassen Sie sich deshalb vorab immer von einem Dermatologen beraten, um sicherzugehen, ob die Behandlung für Sie geeignet ist.

Obwohl chemische Peelings in der Regel nicht invasiv sind und keine Narkose erfordern, sollten ihre Wirkungen nicht unterschätzt werden. Mögliche Nebenwirkungen sind Rötungen, Schwellungen, Hautschuppung, Narbenbildung, Entzündungen, temporäre oder dauerhafte Pigmentveränderungen sowie erhöhte Lichtempfindlichkeit.

Zu hohe Säurekonzentrationen oder zu lange Einwirkzeiten können zu Verätzungen, Narben und Pigmentstörungen führen. Daher sollten stärkere Peelings ausschließlich von erfahrenem medizinischem Fachpersonal oder medizinischen Kosmetikerinnen und Kosmetikern durchgeführt werden. Vorübergehende Rötungen und Reizungen nach einem intensiven Peeling sind normal. Treten jedoch starke Schmerzen auf oder halten Beschwerden ungewöhnlich lange an, ist eine medizinische Abklärung erforderlich.

Nach einem Peeling kann es kurzfristig zu vermehrten Pickeln kommen. Dieser sogenannte Purging-Effekt entsteht, wenn die beschleunigte Zellerneuerung tiefere Verstopfungen schneller an die Hautoberfläche bringt – ein Zeichen, dass das Peeling wirkt. Hält dieser Effekt länger als 4–6 Wochen an oder verschlimmern sich die Unreinheiten, kann eine Unverträglichkeit vorliegen. In diesem Fall sollte das Peeling seltener angewendet oder auf eine andere Form umgestiegen werden.

Unser Tipp bei Hautunreinheiten

Fazit

Ob sanftes AHA-Peeling für Zuhause oder ein intensiveres Peeling in medizinischer Behandlung – chemische Peelings sind zuverlässige Helfer für ein ebenmäßiges Hautbild. Wichtig dabei sind die richtige Wahl der Wirkstoffe, die passende Konzentration und eine fachgerechte Anwendung.

QUELLEN

  • Tang SC, Yang JH. Dual Effects of Alpha-Hydroxy Acids on the Skin. Molecules. 2018 Apr 10;23(4):863. doi: 10.3390/molecules23040863. PMID: 29642579; PMCID: PMC6017965.
  • Vidal SI, Menta N, Friedman A. All Things Acids: A Primer on Alpha Hydroxy, Beta Hydroxy, and Polyhydroxy Acids. J Drugs Dermatol. 2025 May 1;24(5):549-550. PMID: 40327563.
  • Lee KC, Wambier CG, Soon SL, Sterling JB, Landau M, Rullan P, Brody HJ; International Peeling Society. Basic chemical peeling: Superficial and medium-depth peels. J Am Acad Dermatol. 2019 Aug;81(2):313-324. doi: 10.1016/j.jaad.2018.10.079. Epub 2018 Dec 11. PMID: 30550830.
Autorin

Lina Mattern

Nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Kempten hat sich Lina privat und beruflich mit Themen aus der Gesundheits-, Fitness- und Beautybranche befasst. Seitdem recherchiert und schreibt sie Blogartikel in dieser Branche und ist Expertin im Beauty- und Gesundheitsbereich. Neben dem Schreiben von aktuellen und ausführlich recherchierten Artikeln, betreut sie auch Social Media Kanäle, die sich um Tipps rund um Schönheit und Gesundheit drehen. Die Blogartikel und der Content orientieren sich dabei immer an der aktuellen Forschungslage.

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