Mischhaut: Wie ist die perfekte Gesichtspflege Routine?
REDAKTION, 11. MÄRZ 2022 | AKTUALISIERT AM 06.10.2023

Die Mischhaut ist ein besonders anspruchsvoller Hauttyp. Mit unserer Skincare Routine bekommt man sie in den Griff.
Ölige und zugleich trockene Haut? Das sind klare Anzeichen einer Mischhaut. Da die zwei Hauttypen unterschiedliche Ansprüche an die Pflege stellen, sollte man die Skincare Routine auf zwei Hauttypen abstimmen. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht! Wir verraten nützliche Tipps, wie man die Mischhaut richtig pflegt und schminkt, und so für einen strahlenden Teint sorgt. Mit unserer Skincare Routine bekommt man die Mischhaut ganz leicht in den Griff und kann sie mit der richtigen Pflege ideal versorgen.

FORSCHUNG
Große Poren verkleinern mit diesem Hausmittel
Große Poren sorgen dafür, dass das Hautbild ungleichmäßig und unrein erscheint. Mit Hilfe von Hausmitteln und etwas Geduld lassen sich große Poren verkleinern, sodass die Haut ebenmäßiger und jünger erscheint.
Woran erkennt man eine Mischhaut?
Wie entsteht Mischhaut?
Mischhaut ist ein Zeichen dafür, dass nicht alle Talgdrüsen im Gesicht gleich aktiv sind. In der T-Zone neigen sie dazu, zu viel Talg zu produzieren und an den Wangen zu wenig. Dadurch mischen sich quasi zwei Hauttypen und benötigen unterschiedliche Pflege. Ursachen hierfür sind hormonelle Umstellungen während der Pubertät sowie eine falsche Gesichtspflege. Doch auch die genetische Veranlagung legt fest, ob die Talgdrüsen der T-Zone stark oder schwach aktiv sind. Durch die hohe Menge an Hauttalg verstopfen die Poren leichter, die Haut wird unrein und bildet verstärkt Mitesser und Pickel.
Demgegenüber wird an den Wangen zu wenig Talg produziert. Dabei dient der Hauttalg als natürliche Schutzschicht. Er bewahrt die Haut nicht nur vor dem Austrocknen und hält sie dadurch geschmeidig, sondern verhindert auch, dass schädigende Umwelteinflüsse direkt in die Haut eindringen können. Bildet sich zu wenig Talg, geht die natürliche Schutzbarriere an diesen Hautstellen kaputt: Die betroffene Haut verliert zunehmend an Feuchtigkeit und reagiert schneller mit Irritationen und Rötungen. Die trockene Wangenpartie spannt oft oder bildet sichtbare Hautschüppchen.
Die perfekte Skincare Routine für Mischhaut
1. Milde Reinigung
Bei der optimalen Reinigung der Mischhaut müssen die Bedürfnisse beider Hauttypen erfüllt werden. Somit muss die T-Zone entfettet und mattiert werden und die übrigen Hautpartien sanft gereinigt und mit Feuchtigkeit versorgt werden. Am besten eignet sich ein pH-neutraler Reinigungsschaum oder ein mildes Reinigungsgel. Aus der Drogerie eignen sich hier beispielsweise die Isana Pure oder die Balea med Reihe.
Das Gesicht sollte man morgens und abends waschen, da Mischhaut über Nacht und im Laufe des Tages nachfettet. Dabei sollte man darauf achten, nicht zu warmes Wasser zu benutzen. Heißes Wasser entzieht der Haut zu viel Feuchtigkeit, was sich negativ auf die ohnehin zu trockenen Wangen auswirkt. Im Anschluss an die Reinigung sollte die T-Zone, also Stirn, Nase und Kinn von Fett befreit werden. Hierfür eignet sich ein antiseptisches Mizellen- oder Gesichtswasser.
2. Peelings
Um Unreinheiten vorzubeugen, kann man 1 - 2 mal in der Woche ein sanftes Peeling durchführen. Am besten eignen sich dafür chemische Peelings, da sie die Haut nicht so sehr reizen. Beliebt sind chemische Peelings mit AHA, BHA, PHA oder Enzympeelings. Vor allem die T-Zone sollte regelmäßig mit einem sanften Peeling von Unreinheiten und überschüssigem Talg befreit werden. Auch die trockene Wangenpartie profitiert von den Peelings, da die trockenen Hautschüppchen abgetragen werden und die Haut befreien.
Chemische Peelings sind zwar deutlich sanfter als mechanische Peelings, aber man sollte sich trotzdem langsam rantasten, um Irritationen zu vermeiden. So kann man zu Beginn einmal in der Woche abends direkt nach der Reinigung ein chemisches Peeling benutzen.
3. Seren
Nach der Reinigung und einem eventuellen Peeling ist ein pflegendes Serum der nächste Schritt in der idealen Pflegeroutine. Seren sind leichter formuliert als Pflegecremes und werden deshalb unter die Creme aufgetragen. Für Mischhaut eignen sich Seren ohne Alkohol, dafür aber mit talgregulierenden, hautberuhigenden und entzündungshemmenden Pflegestoffen. So kann man auf Seren mit folgenden Inhaltsstoffen zurückgreifen :
- Ceramide
- Azelainsäure
- Niacinamide
- Salicylsäure
- Bisabolol
- Panthenol
- Allantoin
- Vitamin C
4. Feuchtigkeitspflege
Nach der Reinigung, dem Peeling und den Seren kommt die tägliche Feuchtigkeitspflege. Die Gesichtscreme für Mischhaut darf weder die öligen Hautpartien überpflegen, noch die Wangen weiter austrocknen. Bei stark ausgeprägter Mischhaut empfiehlt es sich also, auf zwei verschiedene Produkte zurückzugreifen. Stirn, Nase und Kinn sollten mit einer ölfreien Creme behandelt werden, die für unreine und fettige Haut entwickelt wurde. Die Augen- und Wangenpartie sowie die Schläfen bekommen eine Feuchtigkeitspflege oder sogar rückfettende Creme für mehr Geschmeidigkeit und Feuchtigkeit.
Ist die Mischhaut nicht so stark ausgeprägt, kann auch eine Creme für das gesamte Gesicht verwendet werden. Auch hier sollte der Fokus auf Feuchtigkeit liegen - sowohl trockene als auch ölige Haut kann diese gut gebrauchen. Für ein mattiertes Hautbild und eine gut gepflegte Gesichtshaut empfiehlt sich hier die Aktiv-Harzsalbe von Biovolen, da sie die Talgproduktion regulieren kann, ohne die Haut auszutrocknen.
5. Sonnenschutz
Über die Tagespflege sollte außerdem täglich ein Sonnenschutz aufgetragen werden. Bei einer Mischhaut sollte man auf eine leichte Formulierung achten, um die Haut nicht zusätzlich zum Glänzen zu bringen und die Poren zu verstopfen. Das Sonnenfluid von La Roche Posay oder die günstigere Variante aus der Drogerie von Garnier eignen sich gut bei Mischhaut.
6. Nachtpflege
Ist der Tag überstanden, beginnt die Skincare Routine erneut: Milde Reinigung, eventuell ein chemisches Peeling und dann die Seren. Allerdings ersetzt man abends die Tagespflege mit einer Nachtpflege. Da die Nachtpflege über mehrere Stunden einwirken kann, hat man hier die Möglichkeit, den unterschiedlichen Bedürfnisse der Haut noch intensiver gerecht zu werden.
Die Nachtpflege der T-Zone sollte entzündungshemmende, talgregulierende und klärende Inhaltsstoffe (etwa Teebaumöl oder Salicylsäure) enthalten. Die zu Trockenheit und Spannungsgefühlen neigende Haut wie die Wangen und Augenpartie kann mit einer pflegenden Nachtcreme intensiv mit Feuchtigkeit versorgt und verwöhnt werden.
Was sollte ich bei der Pflege von Mischhaut nicht tun?
Auf zu fetthaltige Cremes, Seren oder Masken sollte man verzichten, um Unreinheiten in der T-Zone zu vermeiden. Auch aggressive Peelings, Gesichtswasser oder Reinigung sollte man nicht verwenden, da die Haut dadurch ausgetrocknet wird und die Talgproduktion dadurch noch mehr angekurbelt wird, was wir ja eigentlich vermeiden möchten. Die Finger lassen sollte man auch von komedogenen Produkten, da diese die Poren verstopfen und zu mehr Unreinheiten führen. Folgende Inhaltsstoffe gelten als komedogen und sollten unbedingt vermieden werden:
- Paraffine
- Silikone
- Vaseline
- PEG-basierte Emulgatoren
- synthetische Tenside aus Erdöl-Rohstoffen
- SLS (Sodium Lauryl Sulfate), SLeS (Sodium Laureth Sulfate)
- künstliche Duftstoffe.
Wie schminke ich Mischhaut richtig?

Primer
Als Grundlage des Make-Ups eignet sich bei Mischhaut ein Primer. Er kann große Poren verfeinern, Rötungen und feine Unreinheiten ausgleichen und lässt die Haut ebenmäßig erscheinen. Ein spezieller Primer für Mischhaut kann die T-Zone mattieren und feine Unreinheiten verschwinden lassen. Auch hier gilt: Bei stark ausgeprägter Mischhaut lieber auf zwei verschiedene Produkte zurückgreifen. Ein Primer für die öligen Hautbereiche ein zweiter, der vor allem Feuchtigkeit spendet. Ein Primer sorgt außerdem dafür, dass das Make-up länger hält und an Ort und Stelle bleibt.
Foundation
Danach sollte eine leichte Foundation gewählt werden, die ölfrei und nicht komedogen ist. Die Hinweise finden sich oft auf der Flasche bzw. der Verpackung. Bei starken Unreinheiten kann auch auf ein nicht komedogenes und ölfreies Make-up zurückgegriffen werden, da es eine stärkere Deckkraft hat. Tipp: Bei Make-up sollte man meistens einen Hautton heller wählen, da es oft oxidiert und nachdunkelt, wodurch das Gesicht dann maskenhaft wirkt. Das Make-up oder die Foundation am besten mit den Händen oder mit einem Beautyblender auftragen und in die Haut einklopfen. Bei leichten Unreinheiten kann auch auf eine getönte Tagescreme zurückgegriffen werden.
Concealer
Sehr starke Unreinheiten und Pickel können punktuell mit einem stark deckendem Concealer abgedeckt werden. Hier sollte man nochmal einen Ton heller als das Make-Up oder die Foundation gehen. Hierbei sollte ein mattierender, wasserfester und stark deckender Concealer verwendet werden. Man trägt den Concealer dann mit einem kleinen Pinsel oder den gereinigten Fingerspitzen auf die Unreinheiten auf.
Puder
Zum Schluss nimmt ein loses Puder den Glanz von der Haut und fixiert das Make-Up. So bleibt alles an Ort und Stelle. Hierbei sollte man die trockenen Hautbereiche aussparen, da sich sonst Hautschüppchen bilden oder das Puder in Fältchen rutschen kann. Um ein natürliches Finish zu erhalten, benutzt man hierbei am besten ein transparentes Puder. Bildet sich im Laufe des Tages trotzdem ein öliger Glanz in der T-Zone, können mattierende Tücher oder im Notfall einfach Toilettenpapier genutzt werden, um das Hautfett aufzunehmen. Wer das Puder dabei hat, kann natürlich auch einfach die entsprechenden Stellen nochmal abpudern.
Fazit
Eine Mischhaut zu pflegen kann im ersten Moment eine Herausforderung sein, da man erst mal lernen muss, welche unterschiedlichen Bedürfnisse die Partien der Haut haben. Wenn man dies aber herausgefunden hat, dann unterscheidet sich die Pflegeroutine nicht besonders von einer “normalen” Haut. Mit unserer Skincare Routine geben wir den idealen Leitfaden für die perfekte Pflege von Mischhaut. Ergänzend mit unseren Make-Up Tipps steht einer ebenmäßigen und strahlenden Haut nichts mehr im Weg.
QUELLEN
- Elsässer, S. (2008). Pflegeanleitungen und Hautschutz für den ganzen Körper. In: Körperpflegekunde und Kosmetik. Springer, Berlin, Heidelberg. DOI: 10.1007/978-3-540-76525-7_7
- Worret, W.-I. (2004). Kosmetische Dermatologie. In: Fallstricke und Fehlerquellen in der Dermatologie. Springer, Vienna. DOI: 10.1007/978-3-7091-0577-1_14

Natalja Felsing