Pickel durch Sonnencreme? 7 Tipps für eine reine Haut im Sommer

Pickel durch Sonnencreme? 7 Tipps für eine reine Haut im Sommer

REDAKTION, 19. JUNI 2026

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Viele kämpfen im Sommer mit unreiner Haut - doch das muss nicht so sein

Es ist jedes Jahr dasselbe: Der Sommer beginnt, Sonnenschutz wird täglich aufgetragen — und plötzlich tauchen mehr Pickel und Mitesser auf als sonst. Da liegt der Verdacht nahe, dass die Pickel durch die Sonnencreme entstehen. Doch Sonnenschutz im Gesicht ist unfassbar wichtig und darf nicht wegen ein paar Pickelchen weggelassen werden. Denn man kann tatsächlich beides haben: Eine vor UV-Strahlung geschützte Haut und eine reine Haut. Wir zeigen Ihnen, wie genau das funktioniert. 

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Große Poren sorgen dafür, dass das Hautbild ungleichmäßig und unrein erscheint. Mit Hilfe von Hausmitteln und etwas Geduld lassen sich große Poren verkleinern, sodass die Haut ebenmäßiger und jünger erscheint.

Warum verstopft Sonnencreme die Poren?

Sonnencremes müssen einen stabilen, gleichmäßigen Film auf der Hautoberfläche bilden, der UV-Strahlung abhalten kann. Doch genau diese schützende Schicht kann, je nach verwendeten Inhaltsstoffen, den natürlichen Talgabfluss aus den Poren behindern.

Wenn Talg, abgestorbene Hautzellen und Schmutz nicht mehr abfließen können, verstopfen sie die Poren. Das Ergebnis ist ein Mitesser — und wenn noch Bakterien hinzukommen, ein entzündeter Pickel. Fachsprachlich werden Inhaltsstoffe, welche die Poren verstopfen können als "komedogen" bezeichnet, abgeleitet vom medizinischen Begriff Komedo für den Mitesser.

Unser Tipp bei Hautunreinheiten

Welche Inhaltsstoffe in Sonnencremes sorgen für Pickel?

Es gibt noch keine gesetzlich geschützte oder einheitlich geregelte Definition für "komedogen" — Hersteller können den Begriff "nicht komedogen" relativ frei verwenden. Es existieren aber wissenschaftliche Einstufungen, die auf systematischen Untersuchungen verschiedener Inhaltsstoffe beruhen und als Orientierung dienen können. Demnach sollte man auf folgende Inhaltsstoffe verzichten, wenn man eine reine Haut möchte: 

Mineralölbasierte Inhaltsstoffe wie Paraffinum Liquidum oder Petrolatum (Vaseline) gelten als komedogen. Sie bilden einen sehr dichten, okklusiven Film auf der Haut, der Feuchtigkeit zwar gut einschließt, aber gleichzeitig den Porenausgang blockieren kann.

Bestimmte Pflanzenöle werden oft als "natürlich" und damit automatisch hautfreundlich wahrgenommen. Doch Kokosöl, Olivenöl, Kakaobutter, Weizenkeimöl und Maiskeimöl zählen zu den Ölen, welche besonders bei fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut die Poren verstopfen können. 

Chemische UV-Filter wie Avobenzon oder Octocrylen können durch ihre dichte, okklusive Textur ebenfalls zur Verstopfung von Poren beitragen. Auch mineralische Filter auf Zink- oder Titanoxid-Basis bilden einen Schutzschild auf der Haut, der bei manchen Hauttypen die Poren verstopfen kann.

Silikone, erkennbar an Begriffen wie Dimethicone, Cyclopentasiloxane oder Trimethicone auf der Inhaltsstoffliste, sorgen für das beliebte seidige, glatte Hautgefühl vieler Sonnenschutzprodukte — können aber je nach Konzentration ebenfalls komedogen wirken, wenn sie Abends nicht gründlich abgewaschen werden.

Palmölbasierte Emulgatoren wie Glyceryl Stearate, Cetearyl Alcohol oder Myristyl Myristate stecken oft unauffällig in der Rezeptur und werden auch in Naturkosmetik häufig verwendet — sie zählen aber ebenfalls zu den Stoffen, die Poren verstopfen können.

Warum gerade im Sommer mehr Pickel auftreten

Vielen fällt auf, dass ihre Haut generell schlechter wird im Sommer. Das hat gleich mehrere Ursachen. Erstens wird Sonnencreme im Sommer täglich und in größeren Mengen aufgetragen — bei konsequenter Anwendung alle zwei bis drei Stunden, wie es für einen verlässlichen UV-Schutz empfohlen wird. Das bedeutet eine deutlich höhere Gesamtmenge an potenziell komedogenen Inhaltsstoffen auf der Haut als im restlichen Jahr.

Zweitens steigt im Sommer ohnehin die körpereigene Talgproduktion durch Hitze und Schwitzen. Die Haut produziert also bereits mehr Talg, der durch den zusätzlichen Sonnenschutz-Film schwerer abfließen kann.

Drittens vermischt sich Sonnencreme häufig mit Schweiß, Make-up und anderen Pflegeprodukten — diese Mischung kann die Poren zusätzlich verstopfen und für Pickel sorgen. 

7 Tipps für eine reine Haut im Sommer

Doch kein Grund zur Sorge: Man muss im Sommer nicht mit unreiner Haut leben. Es gibt 7 einfache Tipps, die für eine reine Haut im Sommer sorgen: 

1. Auf leichte Texturen umsteigen. 
Tauschen Sie reichhaltige Cremes im Sommer gegen Fluids, Gele oder Sprays. Sie ziehen schneller ein und hinterlassen einen deutlich dünneren Film auf der Haut, wodurch das Risiko verstopfter Poren sinkt.

2. Speziellen Sonnenschutz für unreine Haut wählen. 
Produkte mit dem Zusatz "für unreine Haut" oder "für Mischhaut" enthalten häufig talgregulierende Wirkstoffe wie Niacinamid und verzichten auf komedogene Inhaltsstoffe.

3. Abends doppelt reinigen. 
Eine erste Reinigung mit einem ölbasierten Produkt löst Sonnencreme und Make-up, eine zweite, milde Reinigung mit einem Waschgel oder -schaum entfernt die restlichen Rückstände. So bleibt nichts über Nacht auf der Haut, was Poren verstopfen könnte.

4. Sonnencreme nicht zu dick auftragen — aber auch nicht sparen. 
Eine zu dünne Schicht Sonnencreme schwächt den UV-Schutz, eine zu dicke Schicht erhöht das Risiko verstopfter Poren unnötig. Die empfohlene Menge (etwa zwei Fingerlängen fürs Gesicht und den Hals) sollte optimal sein, um die Haut zu schützen und sie gleichzeitig rein zu halten.  

5. Nach dem Schwitzen erneuern, nicht einfach nachcremen. 
Wer schwitzt, sollte die Haut zunächst kurz abtupfen oder mit klarem Wasser abspülen, bevor eine neue Schicht Sonnencreme aufgetragen wird. Sonst vermischen sich Schweiß, alte und neue Schichten — das begünstigt verstopfte Poren zusätzlich.

6. Double-Cleansing am Abend. 
Sonnencreme sollte abends vollständig abgewaschen werden — am besten mit einer doppelten Reinigung: zunächst ein ölbasierter Reiniger, der die Sonnencreme löst, danach ein milder, wasserbasierter Reiniger. Wer die Sonnencreme über Nacht auf der Haut lässt, erhöht das Risiko für verstopfte Poren deutlich.

7. Die Haut unterstützen. 
Eine Pflegeroutine mit talgregulierenden, pflanzlichen Wirkstoffen kann im Sommer helfen, das Gleichgewicht der Haut auch bei täglicher Anwendung von Sonnencreme aufrechtzuerhalten — besonders bei Haut, die ohnehin zu großen Poren und Unreinheiten neigt.

Worauf sollte man bei der Wahl der Sonnencreme achten?

  • Auf "nicht komedogen" achten — mit Vorsicht. Die Kennzeichnung ist hilfreich als erste eine Orientierung, aber wegen der fehlenden gesetzlichen Regelung keine absolute Garantie. Wer zu Unreinheiten neigt, sollte noch zusätzlich die Inhaltsstoffliste überprüfen.

  • Leichte Sonnencremes wählen. Sonnenschutz-Fluids, -Gele oder -Sprays ziehen in der Regel schneller ein und hinterlassen einen dünneren Film als reichhaltige Cremes. Für Mischhaut und fettige Haut sind sie meist die bessere Wahl.

  • Spezielle Sonnenschutzprodukte für unreine Haut nutzen. Viele Hersteller bieten inzwischen einen speziellen Sonnenschutz für Mischhaut oder ölige Haut an — meist mit zusätzlichen Wirkstoffen wie Niacinamid, das die Talgproduktion regulieren kann, oder Grüntee-Extrakt mit entzündungshemmenden Eigenschaften.

  • Die INCI-Liste lesen lernen. Wer regelmäßig mit verstopften Poren nach dem Auftragen von Sonnencreme zu kämpfen hat, sollte lernen, die Inhaltsstoffliste auf die oben genannten Substanzen zu prüfen. Das Internet ermöglicht einen schnellen Abgleich der eigenen Produkte.

Unser Tipp bei Hautunreinheiten

Was kann man tun, wenn die Haut bereits reagiert hat?

Wenn nach dem Auftragen von Sonnencreme vermehrt kleine Pickelchen oder Mitesser auftreten, hilft zunächst ein Produktwechsel zu einer leichteren, besser verträglichen Formulierung. Eine gründliche, aber nicht zu aggressive Reinigungsroutine unterstützt die Haut dabei, sich zu erholen.

Ergänzend können Pflegeprodukte mit talgregulierenden, pflanzlichen Wirkstoffen helfen, das Gleichgewicht der Haut wiederherzustellen. In der Apotheke gibt es Produkte, die gezielt bei großporiger und zu Unreinheiten neigender Haut ansetzen — etwa die Biovolen Harzsalbe, die einen aus Mastix-Harz gewonnenen Wirkstoff enthält und das Hautbild bei verstopften Poren verfeinern soll.

Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Unreinheiten, insbesondere wenn sich Entzündungen oder schmerzhafte Pusteln bilden, ist der Gang zum Hautarzt sinnvoll.

Fazit

Pickel nach dem Auftragen von Sonnencreme stehen für viele im Sommer an der Tagesordnung, es muss aber nicht so sein. Das Zusammenspiel aus Inhaltsstoffen, erhöhter Talgproduktion und falscher Reinigung sorgt für unreine Haut. Niemand sollte deshalb auf Sonnenschutz verzichten — UV-Strahlung bleibt einer der größten Risikofaktoren für die Haut, unabhängig vom Hauttyp. Viel wichtiger ist die bewusste Wahl der Sonnencreme: leichte, nicht komedogene Formulierungen, eine gründliche Reinigung am Abend und bei Bedarf eine unterstützende Pflege machen den Unterschied zwischen einem Hautbild voller Unreinheiten und einer geschützten, gleichzeitig reinen Haut.

QUELLEN

  • Bennett SL, Khachemoune A. Dispelling myths about sunscreen. J Dermatolog Treat. 2022 Mar;33(2):666-670. doi: 10.1080/09546634.2020.1789047. Epub 2020 Jul 7. PMID: 32633165.
  • Young AR, Narbutt J, Harrison GI, Lawrence KP, Bell M, O'Connor C, Olsen P, Grys K, Baczynska KA, Rogowski-Tylman M, Wulf HC, Lesiak A, Philipsen PA. Optimal sunscreen use, during a sun holiday with a very high ultraviolet index, allows vitamin D synthesis without sunburn. Br J Dermatol. 2019 Nov;181(5):1052-1062. doi: 10.1111/bjd.17888. Epub 2019 May 24. PMID: 31069787; PMCID: PMC6899952.
Autorin

Lina Mattern

Nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Kempten hat sich Lina privat und beruflich mit Themen aus der Gesundheits-, Fitness- und Beautybranche befasst. Seitdem recherchiert und schreibt sie Blogartikel in dieser Branche und ist Expertin im Beauty- und Gesundheitsbereich. Neben dem Schreiben von aktuellen und ausführlich recherchierten Artikeln, betreut sie auch Social Media Kanäle, die sich um Tipps rund um Schönheit und Gesundheit drehen. Die Blogartikel und der Content orientieren sich dabei immer an der aktuellen Forschungslage.

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