Akne in den Wechseljahren: Ursachen und was wirklich hilft
REDAKTION, 28. MAI 2021 | AKTUALISIERT AM 07. MAI 2026

Akne in den Wechseljahren ist keine Seltenheit.
Pickel kennt man aus der Pubertät – dass sie in den Wechseljahren zurückkommen können, überrascht viele Frauen. Und doch ist Akne in den Wechseljahren keine Seltenheit: Schätzungen zufolge sind bis zu 25 % der Frauen über 40 von Akne oder Hautunreinheiten betroffen. Der Grund liegt in denselben hormonellen Mechanismen wie in der Pubertät – nur unter anderen Voraussetzungen. In diesem Artikel erklären wir, wie Akne in den Wechseljahren entsteht, welche Faktoren sie verschlimmern und was man dagegen tun kann – von einfachen Maßnahmen für zuhause bis hin zu dermatologischen Behandlungen.

FORSCHUNG
Große Poren verkleinern mit diesem Hausmittel
Große Poren sorgen dafür, dass das Hautbild ungleichmäßig und unrein erscheint. Mit Hilfe von Hausmitteln und etwas Geduld lassen sich große Poren verkleinern, sodass die Haut ebenmäßiger und jünger erscheint.
Warum entsteht Akne in den Wechseljahren?
Welche Faktoren verschlimmern Akne im Erwachsenenalter?
- Falsche oder zu intensive Pflege: Die Bedürfnisse der Haut verändern sich in den Wechseljahren. Alkoholhaltige Reiniger trocknen die Haut zusätzlich aus und reizen die Talgdrüsen zur Überproduktion. Zu viele Pflegeprodukte auf einmal können eine sogenannte Periorale Dermatitis auslösen – auch „Stewardessen-Krankheit" genannt – die sich in Unreinheiten und Pusteln rund um den Mund äußert und vom Arzt behandelt werden muss.
- Ernährung: Lebensmittel mit hohem glykämischen Index (Weißbrot, Zucker, stark verarbeitete Produkte) treiben den Blutzucker schnell nach oben. Der Körper schüttet Insulin aus – und Insulin fördert die Produktion männlicher Geschlechtshormone, die die Talgdrüsen anregen. Auch Milchprodukte stehen im Verdacht, Entzündungsprozesse in der Haut zu begünstigen. Genussmittel wie Alkohol und Nikotin hemmen die Nährstoffversorgung der Haut und fördern Entzündungen.
- Stress: Chronischer Stress führt zur dauerhaften Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin – beide regen die Talgproduktion an und fördern Entzündungen. Wer in den Wechseljahren ohnehin unter hormonellen Schwankungen leidet, reagiert auf Stress oft noch empfindlicher.
- Genetik: Wer in der Pubertät stark zu Akne neigte, hat ein höheres Risiko für Akne in den Wechseljahren. Die genetische Veranlagung bestimmt mit, wie aktiv die Talgdrüsen grundsätzlich reagieren.
- Medikamente: Antidepressiva, kortisonhaltige Präparate und bestimmte Antibiotika können Pickel als Nebenwirkung auslösen. Diese verschwinden in der Regel wieder, wenn das Medikament abgesetzt oder gewechselt wird.
Was tun gegen Akne in den Wechseljahren: Maßnahmen für zuhause
Die Pflegeroutine anpassen
Die wichtigste Maßnahme überhaupt: Die Hautpflege an die veränderte Haut anpassen. Was in den Dreißigern funktioniert hat, passt oft nicht mehr für die Haut in den Wechseljahren.
Reinigung: Milde, pH-neutrale Reiniger ohne Alkohol oder aggressive Tenside. Einmal morgens, einmal abends – gründlich, aber schonend. Bei starkem Make-up eignet sich Double Cleansing (erst ölbasiert, dann wasserbasiert).
Pflege: Nicht-komedogene Produkte, die die Poren nicht verstopfen, aber gleichzeitig ausreichend Feuchtigkeit liefern. Feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe wie Hyaluronsäure und Glycerin sind ideal. Die Biovolen Aktiv Harzsalbe eignet sich durch ihre antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften als ergänzende Pflege bei Unreinheiten – ohne die Haut zusätzlich zu belasten.
Wichtig: Keine Pickel ausdrücken. Das vertieft Entzündungen, verbreitet Bakterien und begünstigt Narbenbildung.
Ernährung optimieren
Eine entzündungshemmende Ernährung kann das Hautbild spürbar verbessern: weniger Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel, weniger Milchprodukte, mehr Omega-3-Fettsäuren (fetter Fisch, Leinsamen, Walnüsse), mehr Antioxidantien (Beeren, grünes Gemüse) und ausreichend Wasser. Kräutertees und grüner Tee wirken zusätzlich ausgleichend und können die Ausschüttung von Stresshormonen dämpfen.
Stress reduzieren
Regelmäßige Bewegung, Schlaf und Entspannungsroutinen – ob Yoga, Meditation oder Spaziergänge – helfen dabei, den Cortisolspiegel zu senken. Was gut für die Psyche ist, kommt auch der Haut zugute.
Sanfte Wirkstoffe nutzen
Einige Wirkstoffe sind besonders gut geeignet für die Haut in den Wechseljahren, die gleichzeitig Unreinheiten und erste Alterszeichen zeigt:
Niacinamid (Vitamin B3): reguliert die Talgproduktion, wirkt entzündungshemmend, verbessert das Hautbild und stärkt die Barriere – ideal für die Kombination aus Akne und Hautalterung.
Azelainsäure: entzündungshemmend, antibakteriell, reguliert die Zellproduktion – auch für empfindliche Haut geeignet.
Salicylsäure (BHA) in niedriger Konzentration: löst Verhornungen, reinigt Poren, reguliert Talg – aber bei sehr trockener Haut mit Vorsicht einsetzen.
Retinol (in niedrigen Konzentrationen): regt die Zellerneuerung an und hilft gleichzeitig gegen Falten und Unreinheiten. Langsam einführen, immer mit Sonnenschutz kombinieren.
Kann man hormonelle Akne natürlich behandeln?
- Teebaumöl: Antibakteriell und entzündungshemmend – eines der am besten belegten natürlichen Mittel gegen Akne. Nie unverdünnt anwenden, immer mit Wasser oder einem Trägeröl verdünnen und punktuell auftragen.
- Heilerde: Zieht überschüssigen Talg aus den Poren, wirkt entzündungshemmend und reguliert die Talgproduktion. Als wöchentliche Gesichtsmaske angewendet, reinigt sie die Haut tief und beruhigt entzündete Stellen.
- Mönchspfeffer (Agnus castus): Ein pflanzliches Mittel, das seit Jahrzehnten zur Unterstützung des Hormonhaushalts bei Frauen eingesetzt wird. Es kann den Progesteron-Östrogen-Haushalt positiv beeinflussen und so indirekt hormonell bedingten Unreinheiten entgegenwirken. Vor der Einnahme Rücksprache mit dem Arzt halten.
- Zink: Zink reguliert die Talgproduktion und wirkt entzündungshemmend – sowohl innerlich (als Nahrungsergänzungsmittel) als auch äußerlich (in Zinksalben oder Pflegeprodukten).
- Was man besser lässt: Zitronensaft, Backpulver und Zahnpasta – alle drei können die Hautbarriere schädigen und Entzündungen verschlimmern statt zu lindern.
Wann zum Dermatologen – und welche Behandlungen gibt es?
Äußerliche Behandlungen:
- Fruchtsäure- oder chemische Peelings lösen verhornende Zellen, verfeinern das Hautbild und können Aknenarben glätten. In der Praxis werden höhere Konzentrationen eingesetzt als bei Heimpeelings.
- Microneedling regt die körpereigene Kollagenproduktion an und verbessert das Hautbild nach Akne spürbar.
- Lichttherapie mit blauem und rotem Licht bekämpft akneverursachende Bakterien (blaues Licht) und fördert gleichzeitig die Wundheilung (rotes Licht) – ohne schädliche UV-Strahlung.
- Microdermabrasion schleift die Haut oberflächlich ab, entfernt Unreinheiten und regt die Zellerneuerung an.
- Verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Retinoide (topisch), Benzoylperoxid oder Azelainsäure in höherer Konzentration werden vom Dermatologen individuell eingesetzt.
Innerliche Behandlungen:
- Bei hormonal bedingter Akne kann eine Antiandrogen-Therapie helfen – sie hemmt die Wirkung männlicher Geschlechtshormone auf die Talgdrüsen.
- Bei schwerer entzündlicher Akne kommen Antibiotika (z.B. Minocyclin, Tetracyclin) oder Isotretinoin (ein starkes Retinoid) in Frage – immer unter ärztlicher Aufsicht und bei Bedarf nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung.
Fazit
QUELLEN
- Jansen T, Janßen O, Plewig G. Acne tarda. Hautarzt. 2013;64(4):241–51.
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). S2k-Leitlinie Behandlung der Akne. 2023.
- Barbaric J et al. Light therapies for acne. Cochrane Database Syst Rev. 2016;(9).
- Costa CS et al. Oral isotretinoin for acne. Cochrane Database Syst Rev. 2018;(11).
- Tanghetti EA. The role of inflammation in the pathology of acne. J Clin Aesthet Dermatol. 2013;6(9):27–35.

Natalja Felsing

