Harz gegen große Poren: So gut wirkt es!

LAURA LINDEMANN

15. JUNI, 2021

Mastixharz gegen große Poren & Mitesser: So gut hilft der natürliche Wirkstoff

Harzsalbe oder auch Pechsalbe, dürfte den meisten noch aus ihrer Kindheit bekannt sein. Sie dient der Wundheilung, hilft bei Erkältungen und kann sogar Gelenkschmerzen auf ganz natürliche Weise reduzieren. Harz wird in der Heilkunde sehr vielfältig eingesetzt und auch die Kosmetikbranche macht es sich zu Nutze, um Poren zu verfeinern, Mitesser zu reduzieren und das Hautbild zu verbessern. Was das Besondere am Harz des Mastix-Strauches ist und wie es auf der Haut wirkt, erfahren Sie hier.

harz gegen mitesser und große poren

Harz als vielfältiges Heilmittel

Baumharz wird oft auch als “Gold des Waldes” bezeichnet. Schon die Ägypter haben es aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung für das Einbalsamieren der Toten genutzt. Dem Baum selbst dient das Harz als natürlicher Wundverschluss. Ist er verletzt, tritt Harz aus und verschließt die Wunde, um den Baum vor Krankheiten, Pilzen und Schädlingen zu schützen. Diese Wirkung macht sich auch der Mensch schon seit Jahrtausenden zu Nutze.

Baumharz wird als Pechsalbe häufig zur Wundheilung eingesetzt. Es wirkt desinfizierend, antibakteriell und entzündungshemmend und sorgt so dafür, dass die Wunde schneller abheilt und keine Keime oder Bakterien eindringen können.

Außerdem kann Baumharz Rheumabeschwerden oder Muskelverspannungen durch seine wärmende Wirkung und die ätherischen Öle lindern. Gelenkschmerzen werden aufgrund der durchblutungsfördernden Wirkung ebenfalls verringert.
Auch bei Erkältungen ist Baumharz beliebt. Es wirkt schleimlösend und kann Beschwerden wie Halsschmerzen, Husten oder eine verstopfte Nase durch die ätherischen Öle effektiv lindern.
Nicht zuletzt kann die Pechsalbe auch als Zugsalbe eingesetzt werden, um beispielsweise Splitter aus der Haut zu ziehen.

Zu den bekanntesten Harzen zählen Weihrauch und Myrrhe, die überwiegend im afrikanischen Raum zu finden sind. Doch auch das Harz heimischer Bäume wie Kiefern oder Lärchen kann gut zu selbstgemachten Pechsalben verarbeitet werden.

Mastix - Tränen von Chios

Heimisch ist der Mastixstrauch (Wilde Pistazie) vor allem im Mittelmeerraum und Palästina. Der Strauch ist immergrün und wächst auf trockenen, kargen Böden. Kultiviert wird der Mastixstrauch auf der griechischen Insel Chios.

Die Besonderheit ist, dass nur die Mastixbäume im Süden der Insel beim Anritzen der Rinde das typische tränenförmige Harz abgeben. Deshalb wird es der Legende nach auch als “Tränen von Chios” bezeichnet. Vermutlich bildet sich das wertvolle, inhaltsstoffreiche Harz aufgrund der besonderen klimatischen Bedingungen und der Bodenbeschaffenheit der Chios-Insel.

Um ein Kilogramm Mastixharz zu gewinnen, müssen rund 10 Bäume angeritzt werden. Hierfür werden im Juni die Rinden der Wilden Pistazie angeritzt und der Harzbalsam läuft tränenförmig aus. Der Balsam muss etwa zwei bis drei Wochen am Boden bleiben, bis er die nötige Festigkeit erreicht, um verarbeitet werden zu können. Meist wird daher um den Strauch herum weißer Kalkstaub gestreut, damit die Harztropfen sich auf einem sauberen Untergrund sammeln.

Aus was besteht Mastix?

Insgesamt setzt sich Mastix aus über 70 natürlichen Inhaltsstoffen zusammen. Es enthält etwa 40 % Harnsäuren, 50 % Harze und 2 % ätherische Öle. Es enthält natürliche Polymere, Terpensäuren, Polyphenole, flüchtige und aromatische Inhaltsstoffe sowie Phytosterole und weitere Wirkstoffe. All diese Stoffe haben unter anderem antioxidative, antimikrobielle, entzündungshemmende und antimykotische Eigenschaften. Das macht das Harz so wertvoll für die Gesundheit.

Das bewirkt Mastixharz bei großporiger Haut und Mitessern

Harz hat nicht nur viele gesundheitliche Vorteile, sondern wird auch immer häufiger für Anti-Aging-Kosmetik verwendet.

Im Alter kommt es durch den veränderten Hormonhaushalt öfter zu großporiger, fettiger Haut, die zudem noch zu Mitessern neigt. Das besondere Mastix-Harz wirkt adstringierend (zusammenziehend) und kann Poren so verkleinern. Das Hautbild erscheint dadurch feiner. Das Harz reinigt und ist antikomedogen, wodurch entzündliche Unreinheiten wirksam behandelt werden.

Laborstudien haben gezeigt, dass das Mastix-Harz die Aktivität des Enzyms 5α-Reduktase hemmt. Dieses Enzym ist für die Umwandlung von Testosteron in das aktive Dihydrotestosteron (DHT) verantwortlich. DHT wiederum verstärkt die Aktivität der Talgdrüsen, wodurch es zu einer übermäßigen Talgproduktion kommt. Die Poren weiten sich aus und es kommt schließlich zu einer Verstopfung, die sich als Mitesser äußert. Dadurch, dass das Harz die Talgproduktion reguliert, wirkt es gleichzeitig mattierend auf die Haut und verringert den Hautglanz sichtbar.  

Dafür wird Mastix noch verwendet

Schon vor über 2500 Jahren kauten die Römer Mastix als Kaugummi. So deutet auch der Name Mastix auf die ursprüngliche Verwendung hin: Das lateinische Wort “masticare” bedeutet kauen. Durch die antibakterielle und desinfizierende Wirkung eignete sich das Mastix gut dazu, die Zähne zu reinigen und für einen frischen Atem zu sorgen. Der Geschmack erinnert an Tannennadeln.
Noch heute wird Mastix vor allem im südeuropäischen Raum für Kaugummis, Backwaren und Süßigkeiten verwendet. In der türkischen Spirituose Raki wird teilweise Mastix zur Aromatisierung hinzugegeben.

Auch in Körperpflegeprodukten wie Zahnpasta, Duschgels und Seifen wird Mastix aufgrund seiner reinigenden und beruhigenden Wirkung genutzt.

In der Kunst wird es noch heute als Schlussfirnis bei Gemälden genutzt, Maskenbildner nutzen die natürliche klebende Wirkung z.B für künstliche Bärte oder Warzen.

Nicht zuletzt kommt Mastix auch im Geigenlack zum Einsatz. 

QUELLEN

  • Hentsch, A.-K. (2020, 4. August). Mastix-Harz: Das Kaugummi der Römer ist so gefragt wie nie. National Geographic. Verfügbar unter: https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2020/07/mastix-harz-das-kaugummi-der-roemer-ist-so-gefragt-wie-nie
  • Jokinen, J. J., & Sipponen, A. (2016). Refined Spruce Resin to Treat Chronic Wounds: Rebirth of an Old Folkloristic Therapy. Adv Wound Care 5(5). 198–207. Doi: 10.1089/wound.2013.0492
  • Parachos, S., Mitakou, S. & Skaltsounis, A-L. (2012). Chios Gum Mastic: A Review of its Biological Activities. Current Medicinal Chemistry 19(14). 2292-2302.
  • Trueb, L. F. & Wyss, U. (2006). Mastix von Chios - ein begehrtes Baumharz. Naturwissenschaftliche Rundschau 59(6). 297-302.